Ich bin mittlerweile schon gut ein Jahrzehnt in der Sprecherbranche unterwegs, sowohl auf Studioseite, als auch der Sprecherseite.
Als ich damals in 2016 angefangen habe, war es eigentlich usus, dass jede Produktion mit Regie erfolgte. Entweder live vor Ort im Studio, oder wenn das Homestudio schon vorhanden war gern auch remote.
Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass die Regie zum Teil aus Kosten eingespart wird, zu einem sehr großen Teil aber auch unabhängig der Kosten einfach nicht mehr gewünscht ist. Das finde ich irgendwie schade und auch ein Stück bedauerlich, da man gerade dadurch auch häufig gemeinschaftlich zu einem noch besseren Gesamtergebnis gekommen ist.
Als Studiobetreiber versuche ich das auch so zu handhaben, dass ich wenn irgendwie möglich, immer eine Regie zumindest anbiete. Als Sprecher passiert mir das im Gegenzug irgendwie gar nicht mehr.
Daher würde mich mal Eure Erfahrung interessieren. Wie ist das bei Euch? Nehmt ihr noch regelmäßig mit Regie auf? Oder zumindest ab und zu? Wollt ihr von selbst überhaupt eine Regie?
Also ich würde es schon besser finden wenn eine Regie dabei ist.
Gut ob das jetzt ein guter Vergleich ist .. aber damals im Workshop hatten wir auch eine Regie. Von daher kenne ich es nicht anders und würde es auch eig nicht anders wollen.
Also ich finde Regie gut, jedoch muss sie auch konstruktiv sein. Was bringt mir Regie, wenn mir gesagt wird 10 Prozent davon mehr oder weniger.
Meiner Erfahrung nach, ist es unumgänglich sich in diese Person hineinzuversetzen. Und da hilft, dass Briefing. Denn dann weiss ich genau, was du erwartest.
Deswegen ja klar, Regie ist toll, wenn wir gegenseitig wissen, was wer zu erwarten hat :)
Ich, der hauptsächlich aus dem Synchron kommt finde Regie als unerlässlich.
Ich durfte schon mit vielen Regisseuren sprechen und ohne diese tollen Kollegen wäre das Endprodukt nie so gut geworden. Im Synchron arbeite ich auch nur mit Cutter. Woanders gibt es das aber natürlich nicht.
Hi Marcel,
ich finde Regie total wichtig, habe aber auch das Gefühl, dass es besonders im Hörbuchbereich, immer weniger wird... ich stehe ganz oft allein in der Kabine und mache es anhand des Briefings mit dem Autor. Schade eigentlich. Denn wie schon einige geschrieben haben, wird das Endprodukt ja in der Zusammenarbeit meisten noch besser.
Finde es übrigens toll, dass du das als Studiobetreiber aktiv für Sprecher anbietest 🫶🏽
@Conny Ja, das deckt sich absolut mit meinem Gefühl und ich finde das auch sooo schade.
Ich überlege mittlerweile sogar das nicht nur bei meinen eigenen Produktionen mit anzubieten, sondern das generell als Service auszulagern.
Also dass Sprecher:innen mich für Produktionen, bei denen sie selbst gern eine Regie hätten, vom Auftraggeber aber keine gestellt wird, mich für ihre eigene Heimstudio-Aufnahme dazuholen können.
Daher ist Euer Input und Euer Gefühl hier auch super hilfreich für die Einordnung.
Danke Dir! :)
Also bei den Hörbüchern habe ich das nie mit Regie gemacht, anderes auch nicht. Aber ich habe es bereits in ein paar Workshops erlebt, einmal beim Synchron-Workshop in Köln, da ist es wirklich unerlässlich, aber auch beim Hörbuchsprechen in Berlin. Das ist schon ein krasser Unterschied. Ich würde super gerne mit Regie sprechen, aber wenn man nicht bei einem großen Verlag ist, dann macht man alles von zu Hause aus.
@Kai Ich finde den Unterschied auch enorm. Viele wissen tatsächlich auch gar nicht, was das für einen Unterschied machen kann. Ich frage mich dann manchmal: Ist das bei den kleineren und independent-Produktionen wirklich immer ein Budget-Problem, oder teilweise auch einfach ein Wissensproblem. Dass denen also gar nicht bewusst ist, was eine Regie alles bewirken kann.
@Marcel Ich glaube schon, dass viele nur aufs Geld gucken. Gut, ich bin jetzt auch bei wirklich, wirklich kleinen Verlagen, die hauen ein Buch nach dem anderen raus, da leidet die Qualität.
Ich finde es auch mit Regie besser, gerade Außenstehende hören und sehen eine Aufnahme immer besser als ich, direkt beim Aufnehmen. Finde das so wertvoll, direkt beim Sprechen Verbesserungsvorschläge zu bekommen ♥️♥️
@Pauline Das glaube ich Dir sofort. Geht mir ganz genauso. Man selbst ist gedanklich häufig auch zu sehr im Text, um die Feinheiten der Performance zu erkennen. Das geht von außen deeeutlich besser.
Ach, der Marcel! Mensch wir hatten doch schon mal Kontakt! Wo war das denn noch? Zur Frage: Gerne mit, bei Image, Werbung. Bei einigen Hörbüchern ist auch okay ohne, je nach Qualität Genre und Größe des Projektes. Leichte Lektüre ohne Stolperfallen und generischem Inhalt braucht keine Regie :-D
@Ramon Stimmt, ich glaube wir haben mal bei einem Hörspiel zusammen mitgewirkt 🤔
Ansonsten bist Du auf jeden Fall in meiner Kartei gelistet: Daher kennen wir uns mindestens daher :D
Das stimmt, wenn die Qualität des Buches Richtung "generisch" geht, kann man sich das wirklich schenken. Dafür mache ich zuviel "ordentliche Fantasy" glaube ich 😅
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