Sprecher Agentur
Selbständigkeit

Akquise für Sprecher

Talent allein füllt keinen Kalender. Wie Sprecherinnen und Sprecher heute Aufträge gewinnen, ohne aufdringlich zu werden.

Erst das Portfolio, dann die Ansprache

Der häufigste Akquisefehler passiert vor der ersten Nachricht: es gibt noch nichts zu zeigen. Wer Tonstudios, Verlage oder Produktionsfirmen anschreibt, ohne anhörbare Demos und Referenzen, sammelt Absagen. Der bessere Weg beginnt beim Portfolio: einige starke, ehrliche Hörproben in den Genres, für die man gebucht werden will, dazu ein Profil, auf dem alles mit zwei Klicks erreichbar ist. Erst dann lohnt die aktive Ansprache.

Referenzen lassen sich auch am Anfang aufbauen, etwa über kleinere Produktionen oder Beteiligungsmodelle. Nicht als Dauerzustand, aber als Startkapital: etwas Echtes vorweisen zu können schlägt jede Selbstbeschreibung.

Kurz, persönlich, konkret

Bei der Ansprache selbst gilt: kurz kommen lassen. Eine gute Akquisenachricht nennt in wenigen Sätzen, wer man ist, warum man genau dieses Gegenüber anschreibt und wo die Demos liegen. Persönlicher Bezug schlägt Massenmail um Längen, wer erkennbar die Arbeit des Gegenübers kennt, etwa ein konkretes Buch oder eine Produktion anspricht, wird gelesen. Romane, Anhänge im zweistelligen Megabyte-Bereich und tägliches Nachfassen erreichen das Gegenteil.

Erstaunlich gut funktioniert der direkte, ehrliche Weg über soziale Netzwerke, gerade bei Selfpublishern: die Leseprobe wirklich lesen, konkret sagen, was einem daran gefällt, und dann fragen, ob ein Hörbuch schon einmal Thema war. Das ist keine Masche, es funktioniert nur, wenn das Interesse echt ist.

Die Grundhaltung entscheidet

Absagen und Funkstille gehören zur Akquise wie das Mikrofon zur Aufnahme, beides darf man nicht persönlich nehmen. Wer freundlich bleibt, dem Gegenüber die Entscheidung leicht macht und in größeren Abständen wieder von sich hören lässt, bleibt positiv in Erinnerung. Aufdringlichkeit dagegen schließt Türen dauerhaft.

Und der vielleicht wichtigste Punkt: gemachte Arbeit ist die beste Akquise. Jede saubere Produktion, jede zuverlässige Zusammenarbeit erzeugt Folgeaufträge und Weiterempfehlungen. Sichtbarkeit können Sie aufbauen, Vertrauen müssen Sie verdienen.

Häufige Fragen

Wie viele Demos brauche ich für den Start?

Lieber wenige starke als viele mittelmäßige. Einige ehrliche Hörproben in den Genres, für die Sie gebucht werden wollen, reichen für den Anfang, echte Projektausschnitte wirken dabei stärker als reine Kunstdemos.

Soll ich unaufgefordert Demos verschicken?

Besser verlinken statt anhängen. Eine kurze Nachricht mit Link auf ein aufgeräumtes Profil respektiert die Zeit des Gegenübers und funktioniert besser als große Dateianhänge.

Wie oft darf ich nachfassen?

Einmal nach angemessener Zeit ist in Ordnung, danach hilft Geduld. Häufiges Nachhaken wird als Druck empfunden und schadet mehr, als es nützt.

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